Jeder Schritt ein Abenteuer - Staunen und bestaunt werden in Myanmar

Publiziert am 11.05.2020 | von Alessia Cavadini und Nadia Imbaumgarten

Unvergessliche Abenteuer und warmherzige Menschen

 

Wann? Winter 19 / 20

Wie lange? 3.5 Wochen

Wer? Zwei reisefreudige Tourismusstudentinnen

Route: Yangon  – Loikaw – Inle Lake – Mt. Popa – Bagan  – Yangon  – Mawlamyine  – Dawei  – Yangon  

Highlights: Goldene Pagoden, exotische Märkte, das glasklare Meer und vor allem die Menschen!

 

Sense of Travel stellte für uns eine interessante Myanmar-Reise zusammen mit einer Mischung aus bekannten Sehenswürdigkeiten und Gegenden, welche selten von Touristen besucht werden. Von Bagan bis Dawei waren wir auf eigene Faust unterwegs. Unsere Route führte uns vom geschäftigen Yangon zum traditionellen Loikaw über den touristischen, aber wunderschönen Inle Lake bis hin zum religiösen Bagan. Weiter ging es in den Süden zum unbekannten und lauten Mawlamyine bis zuletzt zum wunderschönen und unberührten Dawei. 

Bei unserer Reise durch Myanmar war wirklich jeder Schritt ein Abenteuer und wir konnten nie genau sagen was als Nächstes passiert. Es ist einfach alles anders als in der Schweiz. Wir sind mit so vielen verschiedenen Eindrücke im Gepäck nach Hause gereist. Auf jeden Fall können wir allen nur empfehlen, dieses unglaublich spannende und noch unentdeckte Land zu besuchen. Und eins ist uns nach dieser Reise klar: Es waren nicht die vielfältigen Pagoden, das wunderschöne Meer oder die authentischen Märkte die die Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer machten – es waren definitiv die hilfsbereiten, offenen, lustigen und unglaublich warmherzigen Burmesen! Mit den folgenden Zeilen möchten wir euch mitnehmen auf eine Reise durch Myanmar... zieht eure Sandalen oder Birkenstöcke an, wir legen los!

Yangon  Bundesstaat Yangon (3 Tage) 

Yangon ist eine gute Stadt, um die Reise zu beginnen, da es sehr authentisch ist. Wir lernen das interessante Leben der Burmesen gleich richtig kennen. Auf den Strassen wird alles verkauft. Streetfood, frische Früchte aber auch jedes erdenkliche Teil eines Huhns. Nichts verschwenden ist hier die Devise, es wird alles für etwas verwendet. Sehr eindrücklich! Sei gefasst auf einzigartige Gerüche, die zum Teil ungewollt in die Nase steigen, dann aber sofort von anderen Gerüchen wieder überdeckt werden. 

Auch die endlose Gastfreundlichkeit der Burmesen, ist in einer solch grossen Stadt wahrhaftig spürbar. Wir werden herzlich angelächelt und die Kinder winken uns zu. Die gegenseitige Begeisterung hat hier angefangen und uns während den nächsten drei Wochen begleitet. 

Unsere Highlights in Yangon: 

  • Circle Train – Eigentlich hätte es ein «Circle» sein sollen. Wir haben dann aber erst an der Endstation erfahren, dass dieser Zug vorübergehend gar keinen «Circle» mehr macht. Sie scheinen wohl Bauarbeiten an den Gleisen zu tätigen, wer weiss wie viele Jahre diese andauern werden - Stand Dezember 2019. Auch wenn es sehr anstrengend ist, sollte diese Zugfahrt auf jeden Fall gemacht werden. Es war sehr heiss, man kann meistens nicht sitzen, da der Zug überfüllt ist und der Zug fährt unglaublich langsam. Jedoch lernt man auf dieser Zugfahrt, das «richtige Leben» der Burmesen kennen. Zu sehen bekommt man die vielen Ecken der Stadt, welche man zu Fuss wohl eher nicht besuchen würde. Ja, es sind die nicht sehr schönen Gegenden, welche eine Grossstadt so mit sich bringt. Nichtsdestotrotz ist es sehr spannend zu sehen und hinterlässt unvergessliche Eindrücke. Nicht zu vergessen sind die vielen Begegnungen, die man auf so einer Zugfahrt macht. Sind es die kichernden Mädchen, die einem anschauen und dann ihre Köpfe zusammenstrecken, um über diese «komisch aussehenden Mädchen» zu sprechen – das wären dann wir. Oder die vielen «Kautschuck»-Verkäufer die uns ebenfalls etwas speziell aussehend finden. Der Zug wird vorwiegend von der unteren Schicht der Bewohner von Yangon benutzt. Auf unserer Reise haben wir auch «Traveller» kennengelernt, die haben den Circle Train nicht gemacht, weil sie gedacht haben, er sei zu touristisch und gar nicht authentisch. Dies können wir so überhaupt nicht bestätigen, wir haben genau das Gegenteil erlebt. Es haben eine Hand voll Touristen im Zug gesessen – also weit weg von Overtourism. 
     
  • 19th Street – Willst du ein schmackhaftes Myanmar-Bier in einer belebten Strasse der Stadt geniessen? Dann bitte hier! Streetfood und Bier überall. Sehr authentisch. 
     
  • Shwedagon Pagode – Aber natürlich gehört sie zu den «Must see’s»! Es ist wirklich eindrücklich, wenn man bei Sonnenuntergang zu diesen vielen goldenen Pagoden geht. Viele Pagoden und viele Menschen. Trotz den vielen Besuchern, herrscht eine gemütliche, religiöse Stimmung. Wichtig zu beachten: Füsse nicht gegen Buddhastatuen richten, Schultern und Knie bedeckt halten und es wird barfuss gelaufen, wie bei allen Pagoden.
     
  • Einheimische Märkte besuchen –  Wie zu Beginn schon erwähnt, waren die einheimischen Märkte definitiv auch ein Highlight, welches wir so schnell nicht vergessen werden. Ob positiv oder negativ sei dahingestellt, aber die Märkte sind auf jeden Fall sehr eindrücklich und immer einen Besuch wert!

Loikaw  – Bundesstaat Kayah (4 Tage)

Nach einem unvergesslichen Inlandflug sind wir in Loikaw angekommen. Inlandflüge sind herzlichst zu empfehlen. Die Fluggesellschaften sind unerwartet gut, man bekommt leckeres Essen – auch auf einem Flug von 40 Minuten – und es wird sehr gut zu einem geschaut. Erwarte einfach keine Pünktlichkeit, dies wird nicht klappen. Aber mit der Gelassenheit, die du sowieso mitbringen darfst / musst, wenn du in Myanmar unterwegs bist, ist dies kein Problem. In Loikaw ist alles was man sieht sehr eindrücklich. Es beginnt beim kleinen Flughafen.

In Loikaw ist es sehr empfehlenswert mit einer lokalen Reiseleitung unterwegs zu sein. Loikaw ist sehr weitläufig und daher nicht wirklich gut zu Fuss zu entdecken. Es gibt in der Umgebung unzählige interessante Dörfer, welche ohne Guide nicht besucht werden können. Denn für jeden Touristen, der gerne in ein solches Dorf möchte, muss zuerst eine Bewilligung eingeholt werden. Die Tourguides wissen natürlich genau, wo sie diese erhalten. Wir können uns aber vorstellen, dass dies als Alleinreisender sehr schwer zu beantragen ist (es stand alles auf Burmesisch). Zudem können die Einheimischen dieser Dörfer kein Burmesisch. Jedes Dorf hat seinen eigenen Dialekt. Also das heisst, man kann sich ohne Guide nicht mit den Einheimischen unterhalten. Natürlich, und zum Glück auch, darf man “Eintritt” bezahlen, um diese Dörfchen zu besuchen. Das Geld fliesst in die gemeinsame Kasse des Dorfs, um Investitionen für das Dorf zu tätigen - alles Punkte die dafür sprechen, um nicht auf eigene Faust die Dörfer zu entdecken. 

  • Weisse Baumwolle, schwarz eingefärbt - genau dies findet man im Dorf Hta Nee La Leh. Die Frauen tragen unzählige Baumwoll-Fäden um ihre Knie herum – ein Schönheitsideal, welches zu ihrer Kultur gehört. Es ist ein abgelegenes, schönes Bauerndorf, in welchem es viel zu sehen gibt. Wir durften leckeren selbst gebrannten Griessschnaps probieren, wir konnten mit den Einheimischen Musik machen und dabei neue Instrumente ausprobieren und wir haben ihren heiligen Ort mit dem Totempfahl besucht. 
     
  • Goldener Messing um den Hals – dies durften wir bei den Bewohnerinnen, auch «Longneck women» genannt, des Pan Pet Dorf zu Gesicht bekommen. Und wir sagen euch, diese Begegnung hat uns mächtig beeindruckt und glücklich gemacht. Dies ist ein absolutes MUST DO, wenn ihr Loikaw besucht. Wir sind ungefähr 2 Stunden von Loikaw mit dem Auto gefahren. Die zwei alten Damen, die diese Tradition wahren, sind sehr herzlich und aufgestellt. Voller Lebensfreude und ja, auch voller Neugier. Sie beantworten alle unsere Fragen geduldig und auch sie stellen Fragen. Sie haben uns erzählt, dass sie wissen, dass sich die Zeiten ändern und sie auch verstehen, warum ihre Nachfahren, die Tradition mit den Halsreifen nicht mehr weiterführen möchten. Sie bedauern es jedoch sehr. Das Dorf ist weit von der westlichen Welt abgeschnitten. Sie gehen wohl noch genauso ihren Traditionen nach, wie es ihnen beigebracht wurde. An den jungen Bewohner/innen dieses Dorfs geht die westliche Welt aber nicht einfach so vorbei – nicht zuletzt wegen den Touristen, die ihren Weg in dieses Dorf finden. 
    Da wir ziemlich verspätet im Dorf ankamen – aufgrund des verspäteten Flugs – hatten wir das Glück, noch ein Dorfgemeindefest mit lauter Musik zu besuchen. Die Frauen bereiten das Essen zu, die Männer geniessen die gemeinsame Zeit untereinander. Die Kinder tanzen zu viel zu lauter Musik, in einem Gebäude, in dem sie auch zur Schule gehen. Männer und Frauen sind getrennt, dies gehört sich so. Gegessen wird später gemeinsam. Die Dorfgemeinde ist herzlich, offen und lässt uns an ihrem – für uns – doch sehr speziellen Leben teilhaben. Unser Tag geht mit wahnsinnig vielen positiven Eindrücken zu Ende. TIPP: Wir konnten wunderschöne, selbstgemachte Armreifen aus Messing im Dorf kaufen.
  • Honig-Höhlen - Diese befinden sich ca. 2 Fahrstunden von Loikaw-Dorf entfernt. Wahrscheinlich wäre es nur ca. 1 Stunde Fahrt gewesen, wären die Strassen nicht in einem so äusserst schlechten Zustand. Für uns war es kein Problem, doch wenn ihr einen etwas unruhigen Magen habt, kann dies zu einem etwas unlustigen Erlebnis werden. Unser Guide – Ten – hat uns am Morgen noch gesagt, dass wir heute “etwas laufen” werden. War ja auch kein Ding für uns, wenn man auf Reisen ist, da läuft man schnell mal ein paar Kilometer am Tag. Unser lieber Ten hat uns aber nicht gesagt, dass wir ca. 30 Meter den Berg hinunter und wieder hinauf klettern werden. Dies wurde dann in unseren Birkenstock-Sandalen zu einem noch viel lustigeren Erlebnis. Doch wir haben uns von etwas Klettern nicht abschrecken lassen und wurden dann mit schönen Blicken in die versteckten Höhlen belohnt. Auch hier empfiehlt es sich definitiv einen Guide mitzunehmen. Denn erstens denken wir, dass man diese Höhlen ohne Hilfe nicht findet und zweitens ist dieser Ausflug doch nicht ganz ungefährlich.
     
  • Ein Dorf mit 90 Familien und 400 Personen – Dies fanden wir im Dorf Hte Kho. Überall Kinder und Hunde. Auch Hühner und süsse kleine Schweinchen laufen hier herum. Alle scheinen was zu machen. Die Kinder springen den Hügel hoch- und wieder runter, Mütter sitzen vor den Häusern und beobachten das Geschehen. Eine Dame wäscht ihre langen Haare in einem Bach und ihr Sohn spielt nebenan mit einem alten Autoreifen. Als wir mit unseren kleinen Geschenken (Süssigkeiten und Gummibändeli) ankommen, haben alle grosse Freude. Die kleinen Kinder wissen genau, sie dürfen ihre Hand, nur ein Mal hinstrecken, um von den Touristen Süsses zu ergattern. Gut für uns, dass die Kinder so gut erzogen sind. Vor lauter Kinder um uns herum hatten wir keinen Überblick mehr, wer denn schon etwas bekommen hat und wer nicht. Die erstaunten Blicke beruhen definitiv auch hier auf Gegenseitigkeit. So etwas haben wir noch nie gesehen, ein Dorf mit so vielen Kindern. Kinder, die in ihrem Leben noch nie Windeln getragen haben, keine 2 Paar gleiche Schuhe tragen und aussehen, als würden sie definitiv nicht jeden Tag gewaschen werden. Dennoch erobern sie unsere beiden Herzen im Sturm! Voller Lebensfreude springen sie uns hinterher und winken uns ganz aufgeregt. Kein Strom, der Natur ausgesetzt, Selbstversorger und sehr schlechte bis gar keine Schulbildung… Es sind tatsächlich gemischte Gefühle, die bei diesem Besuch hochkommen. Zwischen Erfüllung und Begeisterung, aufgrund der Freundlichkeit und der Offenheit der Bewohner des Dorfes. Und doch etwas Scham, dass wir “alles” haben und immer mehr brauchen, und irgendwie etwas Mitleid, weil sie wirklich nur mit dem absolut Nötigsten auskommen müssen. Ein gelungener Tag ging für uns zu Ende und wenn wir von unserer Reise durch Myanmar sprechen, dann immer wieder von ihnen… diesen vielen Kindern, die uns ihr Lachen geschenkt haben. 
     
  • White Elephant Mountain - so hiess der «Berg» den wir heute besteigen durften. Wir fuhren los und wieder einmal fuhren wir auf einer Strasse, die den Namen Strasse definitiv nicht verdient hat. Nach einem Zwischenstopp an einem Stausee, bei welchem wir Elefanten füttern durften, erreichten wir den Elephant Mountain. Für uns Schweizer ist es wohl mehr ein Hügel als ein Berg… Auf jeden Fall reichten die Birkenstock-Sandalen dieses Mal vollkommen aus. Nach einem ungefähr 20- minütigen Fussmarsch erreichten wir den Gipfel. Die wunderschöne Aussicht machte uns für einen kurzen Augenblick sprachlos. Als wir so dastanden, hörten wir plötzlich wunderschöne Gitarrenmusik und Stimmen. Ein paar Meter weiter, hatte es sich eine Gruppe Jugendlicher mit einer Gitarre gemütlich gemacht. Sie warfen uns neugierige Blicke zu. Als unser Guide sie ansprach, offerierten sie uns ein Bier und Kürbiskerne (ja, das ist ein beliebter Snack in Myanmar). Nachdem die anfängliche Schüchternheit wich, fragten sie uns neugierig aus und wollten gefühlte 1000 Selfies und Gruppenfotos mit uns machen. Ja, sogar ein Heiratsantrag war dabei. Danach fragten wir sie, ob sie uns etwas vorspielen und vorsingen konnten. Und wie sie das konnten! Und so sangen wir zusammen mit einer Gruppe Einheimischen irgendwo im nirgendwo das Lied Perfect von Ed Sheeran - ein unglaublich berührender und unvergesslicher Moment.
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Inle Lake  – Bundesstaat Shan (3 Tage)

Nach einer ungefähr 6-stündigen Fahrt von Loikaw zum Inle Lake, erreichten wir unser Hotel. Wir übernachteten im Hotel «Inle Cottage Boutique Hotel» welches wir wärmstens empfehlen können.

Am ersten Tag erkundeten wir auf eigene Faust das Dorf, da wir erst am nächsten Tag eine Tour auf dem See gebucht haben. Zugegebenermassen waren wir anfangs ein wenig geschockt. Nachdem wir in Loikaw tagelang weder andere Touristen noch Souvenirshops oder Strassenverkäufer gesehen hatten, war es hier deutlich anders. Nicht, dass es überlaufen gewesen wäre, aber man hat halt einen Unterschied zu Loikaw feststellen können. 

Die nächsten Tage waren wir vor allem auf dem See unterwegs. Wir hatten ein Boot für uns alleine (Guide, Driver und wir). Hier ist es nicht unbedingt notwendig die Tour im Voraus zu buchen. Denn wenn du durch das Dorf läufst, hast du genügend Möglichkeiten eine Tour zu buchen. Sei es in einem der vielen Buchungsshops oder die «Boatdriver» sprechen dich direkt auf der Strasse an.

Einen kleinen, aber wertvollen Tipp im Voraus: Am Morgen ist es auf dem Boot wirklich sehr kalt. Es gibt zwar Wolldecken auf dem Boot, Mützen aber leider nicht…

Es ist erstaunlich, wie viele Boote auf diesem See unterwegs sind. Als wir bei einer Pagode oder einem lokalen Markt einen Stopp eingelegt haben, sah man dies deutlich. Überall standen sie, wie auf der Autobahn oder in einem Parkhaus. 

Aber wie bei uns die Autos oder der ÖV, ist dieses «Longtail Boot» das Fortbewegungsmittel der Einheimischen. Rund um den Inle Lake und auf dem Inle Lake gibt es viel zu sehen. Gerne stellen wir euch wieder unsere Highlights vor:

  • Aufs Velo, fertig, los! Hier sind wir an Land unterwegs, und zwar… ob ihr es glaubt oder nicht…. zu einem Weingebiet. Zum «Red Mountain» Weingebiet. Es lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad in ca. 30 Minuten erreichen - insofern man es dann direkt findet. Wir hatten anfangs etwas Mühe mit dem Weg und die Hilfe der Einheimischen, mit Händen und Füssen, war auch immer eine Frage der Interpretation. Nachdem wir drei Mal hin und her gefahren sind – da uns immer jemand was anderes gesagt hat – haben wir einen Versuch gestartet, einfach mal in eine Richtung zu fahren. Dies hat dann geklappt. Als wir oben ankamen, haben wir uns zurückerinnert, was uns unsere Dozenten einst über die asiatische Kultur gelehrt haben. «Sie sagen nie nein, oder ich weiss es nicht. Sie werden euch irgendetwas sagen, Hauptsache sie verlieren ihr Gesicht nicht, wenn sie etwas nicht wissen». Und genau dies ist uns hier wiederfahren. Keiner hatte eine Ahnung was wir zwei genau wollten und keiner hat uns gesagt, dass sie eigentlich nicht verstehen was wir wollen, oder, dass sie gar nicht wissen wo dieser «Red Mountain» sich befindet. Der etwas lustige Weg hinauf hat sich gelohnt, denn hier gibt es tatsächlich leckeren Weisswein. Perfekt mit dem Sonnenuntergang lässt es sich hier einen Tag ausklingen. Wir waren uns sicher, dass dieser Wein so einfach in Schweiz wohl nicht erhältlich ist, also haben wir je 2 Flaschen gekauft. Sie sind heil in der Schweiz angekommen und sind auch hier noch wunderbar zu geniessen. 
     
  • Fabriken  Auf dem Inle Lake gibt es die Möglichkeit, einige Fabriken zu besuchen. Bestimmt ist für jedermann eine andere Fabrik die Spannendere. Es geht von der Zigarettenfabrik, über Silber-Schmuckfabrik bis hin zu Stofffabriken oder dem Eisenhändler. Für uns als Nichtraucher war dennoch die Zigarettenfabrik die Interessanteste – probieren lohnt sich! 
     
  • Tomaten – Grüne und rote, am besten mit Erdnüssen und etwas Olivenöl. Von dieser Speise haben wir uns am Inle Lake ernährt. Die Tomaten, die man hier isst, kommen aus einem dieser vielen Tomatenfelder auf dem Inle Lake. Sehr lecker sind sie, unbedingt probieren! 
     
  • Wohnen auf dem See  – Während dieser Zeit am Inle Lake beschäftigt uns eine Frage: «Wie kann man denn so auf dem Wasser leben?» Schulen auf dem Wasser, die Post auf dem Wasser, das Haus ebenfalls. Wir sind beeindruckt von der Lebensweise dieser Leute. Ihre Holzhäuser, welche auf Stelzen gebaut sind, sahen von Aussen nicht so aus, als hätte man im Haus haufenweise Platz zum Leben. Aber auch hier, die Menschen sind sehr glücklich mit ihrem Leben auf dem See.
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Nach diesen drei aufregenden und wunderschönen Tagen am Inle Lake, machten wir uns auf den Weg zum Mount Popa. Es war zirka eine sechs-stündige Fahrt mit einem organisierten Taxi. Wir übernachteten eine Nacht im Mount Popa Resort. Am nächsten Tag reisten wir weiter nach Bagan. Auf dem Weg machten wir einen Stopp im Hidden Village. Dies ist das einzige Dorf weltweit, in dem die Kinder aus religiösen Gründen eine sehr spezielle Dutt-Frisur tragen. Die Kinder lernen von klein auf haargenau, wie sie diese Frisur jeden Morgen zu frisieren haben. Ein Junge hat uns geduldig erklärt, wie es gemacht wird. 

Bagan  – Bundesstaat Mandalay (4 Tage)

Das nächste Ziel auf unserer Reise hiess Bagan. Von diesem Reiseziel haben wir am meisten gelesen und waren deswegen sehr gespannt, wie es wohl sein wird.  Als wir ankamen, gab uns die Receptionistin den Tipp den Sonnenuntergang auf einem der künstlich aufgeschütteten Hügel zu beobachten. Wir hatten unser Hotel (Royal Palace Hotel) ein bisschen ausserhalb des Zentrums, deshalb konnten wir nichts zu Fuss machen. Sowieso empfehlen wir dir einen E-Scooter oder ein Velo zu mieten, da das ganze Gelände mit den tausenden von Pagoden extrem weitläufig ist. Die Receptionistin bestellte für uns ein Tuk Tuk und los ging es! Wir waren voller Vorfreude! Als wir ankamen dann die Enttäuschung – wir waren definitiv nicht die Einzigen mit dieser Idee. Ausserdem mussten wir unten am Hügel Eintritt bezahlen. So hatten wir uns das ganz und gar nicht vorgestellt. Man muss dazu aber sagen, dass es eben in den grossen Ferien der Burmesen war. Es hatte hauptsächlich Burmesen und Chinesen. Europäische Touristen konnten wir fast keine entdecken. 

Nun sassen wir ein bisschen abseits des Menschenstroms auf einem Geländer und warteten bis die Sonne unterging. Plötzlich werden wir von einer Burmesin angesprochen, ob sie mit uns ein Selfie machen darf. Natürlich durfte sie! Es dauerte keine Minute bis die Nächste kam und ebenfalls fragte, ob sie ein Foto mit uns machen darf. Auf einmal waren wir von zirka 20 Einheimischen umringt – alle wollten ein Foto mit uns machen. Wir hatten bis jetzt auf unserer Reise schon viele ähnliche Situationen erlebt, diese hier war aber schon sehr aussergewöhnlich. Es war so eine lustige Situation, dass die Enttäuschung von vorhin dann ganz schnell wieder vergessen war. Den Sonnenuntergang haben wir verpasst, doch das war uns herzlich egal.

Für die nächsten Tage in Bagan mieteten wir uns einen E-Scooter (richtige Roller sind für Touristen verboten). Wir düsten von Pagode zu Pagode, dabei kann man auch wirklich mal die Zeit vergessen. Denn es gibt so viele unterschiedliche Pagoden in diesem Gebiet. Von grossen zu kleinen, touristischen und weniger besuchten, neueren und alten, es hat wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Bagan ist mit seinen unzähligen Pagoden ein reizender Ort mit viel Charme!

Wir haben mit dem E-Scooter fast nur gute Erfahrungen gemacht und es ist wirklich cool, wenn man unabhängig einfach rumfahren kann und da einen Halt einlegt, wo es einem gefällt. Jedoch sollte man unbedingt immer die Akkuanzeige des Rollers im Auge behalten. Sonst endet es so wie in unserem Fall, der Roller hatte «urplötzlich» keinen Akku mehr und wir sassen so da auf unserem Scooter auf der Strasse mitten im Verkehr und kamen keinen Meter mehr vorwärts…Nicht unbedingt ein tolles Gefühl. Es endete damit, dass wir den Scooter aufs Trottoir hoben und stossen mussten. Nach gefühlten 100 Kilometern kamen wir auf die Idee der Rollervermietung anzurufen, welche schlussendlich uns einen Ersatzakku brachte.

Mawlamyine  – Bundesstaat Mon (2 Tage)

Nach einem Rückflug nach Yangon, ging es für uns mit dem Nachtbus weiter nach Mawlamyine, welches im Süden des Landes liegt. Wir konnten bei unserem ersten Aufenthalt in Yangon bereits Nachtbustickets von Yangon nach Mawlamyine organisieren. Der Busbahnhof liegt rund 20 Minuten (je nach Verkehrslage besser ein bisschen mehr Zeit einplanen als nötig) mit dem Taxi entfernt vom Flughafen. Die Nachtbusse sind wirklich ganz okay, wir waren positiv überrascht. Wir fuhren ca. sieben Stunden bis wir schlussendlich unser Ziel mitten in der Nacht erreichten. Das Hotel (Hotel Cinderella) buchten wir ein paar Tage im Voraus. Am nächsten Morgen erkundeten wir sogleich die Stadt. Sie liegt am Fluss, gleichzeitig ist es aber auch sehr hügelig. Es war um einige Grade wärmer als bisher im Norden des Landes. Ja, es war sogar ziemlich heiss. Ganz zu oberst auf unserer To-do-Liste stand für den heutigen Tag: Sonnenhüte kaufen! Wir können nicht sagen, dass Mawlamyine die schönste Stadt ist, welche wir je gesehen haben. Auf jeden Fall ist es laut, heiss und es hat sehr viel Verkehr. Die Stadt hat aber durchaus auch seine schönen Ecken und Plätze. Zum Beispiel, besuchten wir einen interessanten Markt und eine tolle Pagode wunderschön auf einem Berg gelegen.

Am nächsten Tag machten wir einen Tagesausflug nach Hpa-an. Die Tickets für diese Bootstour organisierte das Hotel. Es war eine sehr lange und vor allem eine laute Fahrt in einem Longtail-Boot. Der Motor knatterte 4 Stunden ununterbrochen in einer ungesunden Lautstärke vor sich hin. Unsere Idee nach Hpa-an zu gehen, entstand sehr spontan. So hatten wir nur einen Nachmittag Zeit und haben daher nicht viel von Hpa-an gesehen, aber nur schon die Reise dorthin hat sich mehr als gelohnt: 

  • Authentizität  Die Rückfahrt von Hpa-an mit dem Bus werden wir wohl nie mehr vergessen. Der Bus hatte keine fixen Bushaltestellen (oder wir konnten einfach keine erkennen). Der Bus hielt einfach da, wo die Menschen raus mussten, oder Leute an der Strasse gestanden sind und einsteigen wollten. Und es stiegen immer mehr und mehr Leute ein – wir wussten gar nicht, dass so viele Leute in einem Bus Platz haben. Wir hatten zum Glück einen Sitzplatz, da der Mann, welcher die Billette kontrolliert und schaut, dass die vielen Leute im Bus Platz haben, netterweise zwei Einheimische von ihrem Sitzplatz aufscheuchte, damit wir sitzen konnten. Dabei haben wir ihm mehrmals gesagt, es sei kein Problem, wenn wir stehen müssen. Aber einmal mehr hatten wir kleinere Verständigungsprobleme…
     
  • Nachtmarkt Am Abend besuchten wir einen «Night Market» direkt am Fluss. Das Essen dort war unglaublich vielfältig und einfach nur mega lecker. Man konnte von Fisch, Fleisch und Tofu über grillierte Heuschrecken und Maden bis hin zu frittierten Kakerlaken einfach alles haben. Mawlamyine ist alles in allem sehr interessant, vor allem sehr authentisch. Und es scheint ein bisschen so, als ob sie sich wirklich nicht sehr um dem Tourismus kümmern. Wenn es mal ein Tourist hat, sind sie sehr nett und haben Freude, aber diese Stadt ist definitiv nicht so gebaut und ausgerichtet, dass es viele Touristen anziehen will. Dies machte es für uns natürlich noch spannender.
     
  • Silvesternacht Die einen werden sagen, dass diese Silvesternacht, die wir zwei erlebt haben, gar keine so coole Silvesternacht ist. Jedoch war es für uns eine der aufregendsten Nächte auf unserer 3,5-wöchigen Reise überhaupt. Es ging in der Nacht vom 31.12.19 auf den 01.01.2020 weiter südlich nach Dawei. Die Bustickets haben wir in Yangon bereits gekauft. Abfahrtszeit unseres Busses 23.30 Uhr. Pünktlich wie wir Schweizer sind, waren wir natürlich um 23.30 Uhr am Busbahnhof und bereit zum Losfahren. Doch der Bus kam nicht. Anfangs waren wir nicht sehr erstaunt, wir sind uns das ja schon etwas gewohnt, dass wir einige Minuten Verspätung hinnehmen müssen. Es kamen immer wieder Busse an, Leute stiegen ein und aus, aber keiner dieser Busse war der richtige. Es hatte immer weniger Personen am Busbahnhof. Langsam aber sicher waren wir und eine Gruppe einheimischer Jungs, die Party machten, alleine an diesem Bahnhof. Um 23.55 Uhr kam ein Hoffnungsschimmer auf – es kam ein weiterer Bus! Ist es unser Bus? Nadia springt dem Bus hinterher und Alessia bewacht unser Gepäck. Die Frage, ob dieser Bus nach Dawei fährt, konnte keiner beantworten. War es wegen der falschen Aussprache oder wegen sonstigen Kommunikationsschwierigkeiten? Wir wissen es nicht. Aber Nadia lässt nicht locker, bis dann doch jemand gesagt hat «Dawei, Dawei…». Und dann musste es schnell gehen! Alessia kommt mit unserem Gepäck angerannt, denn der Bus fuhr schon wieder an. Unser Gepäck in die Gepäckablage geschmissen, in den Bus gestolpert, hingesetzt und erstmal durchgeatmet. Natürlich hat die Uhr schon lange 00.00 Uhr geschlagen so haben wir den Jahreswechsel getrennt «gefeiert».

Dawei  – Bundesstaat Tanintharyi (4 Tage)

Wir sind also nach einer abenteuerlichen Nacht in der Stadt Dawei angekommen. Wir fuhren mit einem Tuk Tuk ans Meer, wo wir unsere Unterkunft hatten. Wir übernachteten im Coconut Guesthouse. Es war eine der wenigen Unterkunftsmöglichkeiten am Meer. In der Stadt hat es einige kleinere Unterkünfte, doch am Meer ist die Auswahl sehr begrenzt. Die Stadt und das Meer trennen ca. 20 Minuten Fahrtweg. 

Auch hier waren wir 4 Tage lang mit einem Roller unterwegs. Was es auch wirklich braucht, denn Dawei ist sehr weitläufig und an gewisse Strände und auf gewisse Hügel kommst du definitiv nicht mit dem Velo, ÖV oder zu Fuss. Den Roller konnten wir bei unserer Unterkunft mieten – wenn du einen Helm dazu willst, musst du danach fragen. Einfach so gibt es den nicht. Und einen Helm legen wir dir ans Herz. Denn hier erhält das Wort «Strasse» eine völlig neue Bedeutung. 

  • Strände für dich allein – Ja genau, dies hast du hier zu Genüge. Der Roller hat uns die Freiheit gegeben, zu den einsamsten Stränden zu fahren, um dort in der warmen und sauberen Andamanensee zu baden. Manchmal trifft man auf einige Fischer aus dem Dorf, die gerade aufs Meer rausfahren, um frischen Fisch nach Hause zu bringen. Unterhalten konnten wir uns leider sehr schlecht mit ihnen, da hier im Süden wirklich nur noch sehr vereinzelt etwas Englisch gesprochen wird. Wir fuhren den ganzen Tag von Strand zu Strand über Stock und Stein. Hier am Meer scheint es so, als wäre das Leben der Burmesen etwas gemächlicher als an den vorherigen Orten unserer Reise. Die Andamanensee ist sehr sauber. Dies kann man auch von den Stränden behaupten (ausser vom Hauptstrand, Maungmagan Beach). An diesem Hauptstrand tummeln sich viele Einheimische, welche noch nicht wirklich damit vertraut sind, dass man den Abfall nicht ins Meer kippen sollte. Wenn Ebbe ist, sieht man den vielen Müll am Strand gut, dies ist etwas schade und bedenklich zugleich. Die verlassenen Strände rund um Dawei zeigen jedoch ein anderes Bild. Dort hat es fast keine Menschen und deshalb auch keinen Müll. Klar, man kann und soll sich keinen Strand wie in den Malediven vorstellen, wo jeden Morgen der Arbeiter eines 5* Hotel jedes Sandkorn auf gleiche Höhe ausrichtet. Es hat viel natürliche Abfälle am Strand, wie z.B. Äste, Blätter, Steine etc. was aber das Ganze nochmals authentischer macht.
     
  • Schnorchelausflug – Da wir beide ziemliche Wasserratten sind, hatten wir übers Internet einen Ganztages- Schnorchelausflug gebucht. Der Treffpunkt mit der Gruppe war früh morgens in der Stadt. Mit uns auf der Tour war noch ein weiterer Schweizer und zwei Japaner - die restlichen Teilnehmer waren alles Burmesen. Mit einem kleinen Bus ging es los. Nach zirka einer Stunde Fahrt erreichten wir das Dorf, von welchem wir aufs Boot gingen. Mit dem Boot fuhren wir eine weitere Stunde bis zu unserem ersten Schnorchelstopp. In der Zwischenzeit erklärte uns der Guide gefühlte 30 Minuten wie man eine Taucherbrille und einen Schnorchel benutzt. Erst da wurde uns bewusst, dass wahrscheinlich die Burmesen weder eine Taucherbrille noch einen einen Schnorchel je benutzt hatten. Dann endlich erreichten wir unseren ersten Ankerplatz, etwa einen halben Kilometer von einer komplett verlassenen Insel entfernt. Überhaupt, wir sahen an diesem Tag keine anderen Touristen… Wir zwei sprangen voller Vorfreude ins Wasser und waren völlig überwältigt von dem was wir sahen. Noch nie hatten wir so eine farbenfrohe und vielfältige Unterwasserwelt gesehen! Nachdem wir das erste Mal auftauchten und uns umsahen, merkten wir plötzlich dass, ausser den zwei Japanern und dem anderen Schweizer, noch alle auf dem Boot waren… Nach einer Weile sahen wir die Burmesen mit ihren Kleidern im knietiefen Wasser mit einer Schwimmweste und einem Rettungsring ausgestattet. Auch das haben wir erst dann realisiert: Die meisten Burmesen können, obwohl sie am Meer leben, nicht schwimmen. So tuckerten wir den ganzen Tag von Insel zu Insel und sprangen immer wieder ins Wasser um zu Schnorcheln. Zwischendurch erholten wir uns auf den Inseln am Strand, badeten in der glasklaren und warmen Andamanensee oder gingen eine Runde kajaken. Einen wunderschönen Sonnenuntergang, auf dem Rückweg ans Festland rundete diesen tollen und unvergesslichen Tag perfekt ab!
     
  • Wunderschöne Sonnenuntergänge  – Ja, diese machen Dawei definitiv auch aus. Sitzend vom Hauptstrand aus konnten wir  jeden Abend einen Bilderbuch-Sonnenuntergang geniessen. Dies haben wir jeden Abend getan, dazu eine frische Kokosnuss getrunken, Meeresfrüchte gegessen und das Geschehen am Strand beobachtet. Dawei war ein wunderbarer Abschluss unserer Reise. Es hat uns noch einmal ein anderes Myanmar gezeigt und uns viele Freiheiten gelassen. Dawei ist genau das Richtige für Entdecker und Geniesser.

    Wir fliegen nach Hause – Nun gut, noch nicht ganz. Zuerst fliegen wir noch für vier Tage nach Bangkok. Bangkok war nach drei Wochen Myanmar ein grosser Schock! Vom Land der 1000 Pagoden, den netten Menschen, der Ruhe, der Schönheit und der unbegrenzten Gastfreundlichkeit, war es auf allen Stufen ein zu harter Kontrast. Klar, waren auch die vier Tage in Bangkok sehr lustig (Party), aber Myanmar konnte uns in allen Bereichen viel mehr begeistern. 
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Wichtige Informationen zu unserer Reise durch Myanmar 
 

  1. Die Burmesen haben im Dezember ihre grossen Ferien. Daher wirst du in dieser Zeit viele einheimische Touristen unterwegs treffen. Vor allem Bagan ist bei den Einheimischen sehr beliebt. Das heisst für dich, Bus- oder Zugtickets sind im Voraus zu buchen. Auch wenn du es liebst dich vom Geschehen treiben zu lassen, wenn du begrenzt Zeit hast, empfehlen wir dir definitiv die – bei uns waren es jetzt die Nachtbus-Tickets – sicher fünf Tage vorher zu organisieren. Sei dir auch bewusst, dass egal wo du bist, es immer viele Menschen haben wird. Es war für uns tip top so, weil wir unbedingt mit den Einheimischen in Kontakt kommen wollten. Aber mit leeren Pagoden in Bagan oder reichlich Platz im ÖV ist Fehlanzeige.
     
  2. Was auch wichtig zum Wissen ist: Die Verständigung auf Englisch in Myanmar kann sehr schwierig werden und du wirst viele Nerven brauchen. Das Englisch der Burmesen ist den meisten Regionen in Myanmar nicht gut. Wir hatten das Gefühl, je weiter im Süden, desto schlechter. Die jungen Burmesen sprechen auf jeden Fall besser als die Erwachsenen. Wir mussten uns geschätzte tausend Mal mit Händen und Füssen verständigen, was zu sehr lustigen, manchmal aber auch nervigen Situationen geführt hat. 
     
  3. Und eins vorneweg noch, egal wo du in Myanmar bist und was du tust, du wirst immer angeschaut. Die Leute sind sich noch nicht so an Touristen gewöhnt, vor allem nicht an «weisse» Touristen. Sie schauen dir auf der Strasse nach, zeigen mit dem Finger auf dich, tuscheln über dich, die Mutigen winken dir schüchtern und verlegen zu und die Mutigsten unter ihnen fragen, ob sie mit dir ein Foto oder ein Selfie machen dürfen. Sei also darauf gefasst, dass egal was du tust, du wirst immer beobachtet.
     
  4. Noch etwas zur Sicherheit in Myanmar  – wir fühlten uns zu jederzeit sicher in Myanmar. Obwohl wir zwei junge Frauen sind und auch abends noch raus gingen oder in der Nacht reisten, gab es nie Situationen, in welchen wir Angst hatten oder uns unsicher fühlten. Natürlich sollte man immer den gesunden Menschenverstand walten lassen und die normalen Reisesicherheitshinweise beachten - wie zum Beispiel, trugen wir nie eine Handtasche, sondern immer eine Bauchtasche. Wir beide finden, dass die Burmesen uns eher bewundert haben, uns sehr oft wie «Königinnen» behandelt haben und nie getraut hätten uns etwas zu leide zu tun.
     
  5. In Myanmar hat es im Pfefferstreuer mehr Löcher als im Salzstreuer, in Myanmar haben sie auf der Strasse Rechtsverkehr und sie sitzen auch auf der rechten Seite (verkehrt rum), in Myanmar ist die Bevölkerung unglaublich hilfsbereit, auch wenn sie selbst sehr wenig haben und Myanmar ist das Land der tausend Pagoden. Diese Punkte und Tausende mehr, haben uns jeden Tag auf der 3-wöchigen Reise durch Myanmar verzaubert.

Da möchte ich hin!

Mystisches Myanmar
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