
Wann? Winter 19 / 20
Wie lange? 3.5 Wochen
Wer? Zwei reisefreudige Tourismusstudentinnen
Route: Yangon – Loikaw – Inle Lake – Mt. Popa – Bagan – Yangon – Mawlamyine – Dawei – Yangon
Highlights: Goldene Pagoden, exotische Märkte, das glasklare Meer und vor allem die Menschen!
Sense of Travel stellte für uns eine interessante Myanmar-Reise zusammen mit einer Mischung aus bekannten Sehenswürdigkeiten und Gegenden, welche selten von Touristen besucht werden. Von Bagan bis Dawei waren wir auf eigene Faust unterwegs. Unsere Route führte uns vom geschäftigen Yangon zum traditionellen Loikaw über den touristischen, aber wunderschönen Inle Lake bis hin zum religiösen Bagan. Weiter ging es in den Süden zum unbekannten und lauten Mawlamyine bis zuletzt zum wunderschönen und unberührten Dawei.
Bei unserer Reise durch Myanmar war wirklich jeder Schritt ein Abenteuer und wir konnten nie genau sagen was als Nächstes passiert. Es ist einfach alles anders als in der Schweiz. Wir sind mit so vielen verschiedenen Eindrücke im Gepäck nach Hause gereist. Auf jeden Fall können wir allen nur empfehlen, dieses unglaublich spannende und noch unentdeckte Land zu besuchen. Und eins ist uns nach dieser Reise klar: Es waren nicht die vielfältigen Pagoden, das wunderschöne Meer oder die authentischen Märkte die die Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer machten – es waren definitiv die hilfsbereiten, offenen, lustigen und unglaublich warmherzigen Burmesen! Mit den folgenden Zeilen möchten wir euch mitnehmen auf eine Reise durch Myanmar... zieht eure Sandalen oder Birkenstöcke an, wir legen los!

Yangon ist eine gute Stadt, um die Reise zu beginnen, da es sehr authentisch ist. Wir lernen das interessante Leben der Burmesen gleich richtig kennen. Auf den Strassen wird alles verkauft. Streetfood, frische Früchte aber auch jedes erdenkliche Teil eines Huhns. Nichts verschwenden ist hier die Devise, es wird alles für etwas verwendet. Sehr eindrücklich! Sei gefasst auf einzigartige Gerüche, die zum Teil ungewollt in die Nase steigen, dann aber sofort von anderen Gerüchen wieder überdeckt werden.
Auch die endlose Gastfreundlichkeit der Burmesen, ist in einer solch grossen Stadt wahrhaftig spürbar. Wir werden herzlich angelächelt und die Kinder winken uns zu. Die gegenseitige Begeisterung hat hier angefangen und uns während den nächsten drei Wochen begleitet.
Unsere Highlights in Yangon:



Nach einem unvergesslichen Inlandflug sind wir in Loikaw angekommen. Inlandflüge sind herzlichst zu empfehlen. Die Fluggesellschaften sind unerwartet gut, man bekommt leckeres Essen – auch auf einem Flug von 40 Minuten – und es wird sehr gut zu einem geschaut. Erwarte einfach keine Pünktlichkeit, dies wird nicht klappen. Aber mit der Gelassenheit, die du sowieso mitbringen darfst / musst, wenn du in Myanmar unterwegs bist, ist dies kein Problem. In Loikaw ist alles was man sieht sehr eindrücklich. Es beginnt beim kleinen Flughafen.
In Loikaw ist es sehr empfehlenswert mit einer lokalen Reiseleitung unterwegs zu sein. Loikaw ist sehr weitläufig und daher nicht wirklich gut zu Fuss zu entdecken. Es gibt in der Umgebung unzählige interessante Dörfer, welche ohne Guide nicht besucht werden können. Denn für jeden Touristen, der gerne in ein solches Dorf möchte, muss zuerst eine Bewilligung eingeholt werden. Die Tourguides wissen natürlich genau, wo sie diese erhalten. Wir können uns aber vorstellen, dass dies als Alleinreisender sehr schwer zu beantragen ist (es stand alles auf Burmesisch). Zudem können die Einheimischen dieser Dörfer kein Burmesisch. Jedes Dorf hat seinen eigenen Dialekt. Also das heisst, man kann sich ohne Guide nicht mit den Einheimischen unterhalten. Natürlich, und zum Glück auch, darf man “Eintritt” bezahlen, um diese Dörfchen zu besuchen. Das Geld fliesst in die gemeinsame Kasse des Dorfs, um Investitionen für das Dorf zu tätigen - alles Punkte die dafür sprechen, um nicht auf eigene Faust die Dörfer zu entdecken.

Nach einer ungefähr 6-stündigen Fahrt von Loikaw zum Inle Lake, erreichten wir unser Hotel. Wir übernachteten im Hotel «Inle Cottage Boutique Hotel» welches wir wärmstens empfehlen können.
Am ersten Tag erkundeten wir auf eigene Faust das Dorf, da wir erst am nächsten Tag eine Tour auf dem See gebucht haben. Zugegebenermassen waren wir anfangs ein wenig geschockt. Nachdem wir in Loikaw tagelang weder andere Touristen noch Souvenirshops oder Strassenverkäufer gesehen hatten, war es hier deutlich anders. Nicht, dass es überlaufen gewesen wäre, aber man hat halt einen Unterschied zu Loikaw feststellen können.
Die nächsten Tage waren wir vor allem auf dem See unterwegs. Wir hatten ein Boot für uns alleine (Guide, Driver und wir). Hier ist es nicht unbedingt notwendig die Tour im Voraus zu buchen. Denn wenn du durch das Dorf läufst, hast du genügend Möglichkeiten eine Tour zu buchen. Sei es in einem der vielen Buchungsshops oder die «Boatdriver» sprechen dich direkt auf der Strasse an.
Einen kleinen, aber wertvollen Tipp im Voraus: Am Morgen ist es auf dem Boot wirklich sehr kalt. Es gibt zwar Wolldecken auf dem Boot, Mützen aber leider nicht…
Es ist erstaunlich, wie viele Boote auf diesem See unterwegs sind. Als wir bei einer Pagode oder einem lokalen Markt einen Stopp eingelegt haben, sah man dies deutlich. Überall standen sie, wie auf der Autobahn oder in einem Parkhaus.
Aber wie bei uns die Autos oder der ÖV, ist dieses «Longtail Boot» das Fortbewegungsmittel der Einheimischen. Rund um den Inle Lake und auf dem Inle Lake gibt es viel zu sehen. Gerne stellen wir euch wieder unsere Highlights vor:
Nach diesen drei aufregenden und wunderschönen Tagen am Inle Lake, machten wir uns auf den Weg zum Mount Popa. Es war zirka eine sechs-stündige Fahrt mit einem organisierten Taxi. Wir übernachteten eine Nacht im Mount Popa Resort. Am nächsten Tag reisten wir weiter nach Bagan. Auf dem Weg machten wir einen Stopp im Hidden Village. Dies ist das einzige Dorf weltweit, in dem die Kinder aus religiösen Gründen eine sehr spezielle Dutt-Frisur tragen. Die Kinder lernen von klein auf haargenau, wie sie diese Frisur jeden Morgen zu frisieren haben. Ein Junge hat uns geduldig erklärt, wie es gemacht wird.

Das nächste Ziel auf unserer Reise hiess Bagan. Von diesem Reiseziel haben wir am meisten gelesen und waren deswegen sehr gespannt, wie es wohl sein wird. Als wir ankamen, gab uns die Receptionistin den Tipp den Sonnenuntergang auf einem der künstlich aufgeschütteten Hügel zu beobachten. Wir hatten unser Hotel (Royal Palace Hotel) ein bisschen ausserhalb des Zentrums, deshalb konnten wir nichts zu Fuss machen. Sowieso empfehlen wir dir einen E-Scooter oder ein Velo zu mieten, da das ganze Gelände mit den tausenden von Pagoden extrem weitläufig ist. Die Receptionistin bestellte für uns ein Tuk Tuk und los ging es! Wir waren voller Vorfreude! Als wir ankamen dann die Enttäuschung – wir waren definitiv nicht die Einzigen mit dieser Idee. Ausserdem mussten wir unten am Hügel Eintritt bezahlen. So hatten wir uns das ganz und gar nicht vorgestellt. Man muss dazu aber sagen, dass es eben in den grossen Ferien der Burmesen war. Es hatte hauptsächlich Burmesen und Chinesen. Europäische Touristen konnten wir fast keine entdecken.
Nun sassen wir ein bisschen abseits des Menschenstroms auf einem Geländer und warteten bis die Sonne unterging. Plötzlich werden wir von einer Burmesin angesprochen, ob sie mit uns ein Selfie machen darf. Natürlich durfte sie! Es dauerte keine Minute bis die Nächste kam und ebenfalls fragte, ob sie ein Foto mit uns machen darf. Auf einmal waren wir von zirka 20 Einheimischen umringt – alle wollten ein Foto mit uns machen. Wir hatten bis jetzt auf unserer Reise schon viele ähnliche Situationen erlebt, diese hier war aber schon sehr aussergewöhnlich. Es war so eine lustige Situation, dass die Enttäuschung von vorhin dann ganz schnell wieder vergessen war. Den Sonnenuntergang haben wir verpasst, doch das war uns herzlich egal.
Für die nächsten Tage in Bagan mieteten wir uns einen E-Scooter (richtige Roller sind für Touristen verboten). Wir düsten von Pagode zu Pagode, dabei kann man auch wirklich mal die Zeit vergessen. Denn es gibt so viele unterschiedliche Pagoden in diesem Gebiet. Von grossen zu kleinen, touristischen und weniger besuchten, neueren und alten, es hat wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Bagan ist mit seinen unzähligen Pagoden ein reizender Ort mit viel Charme!
Wir haben mit dem E-Scooter fast nur gute Erfahrungen gemacht und es ist wirklich cool, wenn man unabhängig einfach rumfahren kann und da einen Halt einlegt, wo es einem gefällt. Jedoch sollte man unbedingt immer die Akkuanzeige des Rollers im Auge behalten. Sonst endet es so wie in unserem Fall, der Roller hatte «urplötzlich» keinen Akku mehr und wir sassen so da auf unserem Scooter auf der Strasse mitten im Verkehr und kamen keinen Meter mehr vorwärts…Nicht unbedingt ein tolles Gefühl. Es endete damit, dass wir den Scooter aufs Trottoir hoben und stossen mussten. Nach gefühlten 100 Kilometern kamen wir auf die Idee der Rollervermietung anzurufen, welche schlussendlich uns einen Ersatzakku brachte.


Nach einem Rückflug nach Yangon, ging es für uns mit dem Nachtbus weiter nach Mawlamyine, welches im Süden des Landes liegt. Wir konnten bei unserem ersten Aufenthalt in Yangon bereits Nachtbustickets von Yangon nach Mawlamyine organisieren. Der Busbahnhof liegt rund 20 Minuten (je nach Verkehrslage besser ein bisschen mehr Zeit einplanen als nötig) mit dem Taxi entfernt vom Flughafen. Die Nachtbusse sind wirklich ganz okay, wir waren positiv überrascht. Wir fuhren ca. sieben Stunden bis wir schlussendlich unser Ziel mitten in der Nacht erreichten. Das Hotel (Hotel Cinderella) buchten wir ein paar Tage im Voraus. Am nächsten Morgen erkundeten wir sogleich die Stadt. Sie liegt am Fluss, gleichzeitig ist es aber auch sehr hügelig. Es war um einige Grade wärmer als bisher im Norden des Landes. Ja, es war sogar ziemlich heiss. Ganz zu oberst auf unserer To-do-Liste stand für den heutigen Tag: Sonnenhüte kaufen! Wir können nicht sagen, dass Mawlamyine die schönste Stadt ist, welche wir je gesehen haben. Auf jeden Fall ist es laut, heiss und es hat sehr viel Verkehr. Die Stadt hat aber durchaus auch seine schönen Ecken und Plätze. Zum Beispiel, besuchten wir einen interessanten Markt und eine tolle Pagode wunderschön auf einem Berg gelegen.
Am nächsten Tag machten wir einen Tagesausflug nach Hpa-an. Die Tickets für diese Bootstour organisierte das Hotel. Es war eine sehr lange und vor allem eine laute Fahrt in einem Longtail-Boot. Der Motor knatterte 4 Stunden ununterbrochen in einer ungesunden Lautstärke vor sich hin. Unsere Idee nach Hpa-an zu gehen, entstand sehr spontan. So hatten wir nur einen Nachmittag Zeit und haben daher nicht viel von Hpa-an gesehen, aber nur schon die Reise dorthin hat sich mehr als gelohnt:
Wir sind also nach einer abenteuerlichen Nacht in der Stadt Dawei angekommen. Wir fuhren mit einem Tuk Tuk ans Meer, wo wir unsere Unterkunft hatten. Wir übernachteten im Coconut Guesthouse. Es war eine der wenigen Unterkunftsmöglichkeiten am Meer. In der Stadt hat es einige kleinere Unterkünfte, doch am Meer ist die Auswahl sehr begrenzt. Die Stadt und das Meer trennen ca. 20 Minuten Fahrtweg.
Auch hier waren wir 4 Tage lang mit einem Roller unterwegs. Was es auch wirklich braucht, denn Dawei ist sehr weitläufig und an gewisse Strände und auf gewisse Hügel kommst du definitiv nicht mit dem Velo, ÖV oder zu Fuss. Den Roller konnten wir bei unserer Unterkunft mieten – wenn du einen Helm dazu willst, musst du danach fragen. Einfach so gibt es den nicht. Und einen Helm legen wir dir ans Herz. Denn hier erhält das Wort «Strasse» eine völlig neue Bedeutung.